Ich war seid fast
acht Stunden schon auf der Autobahn
War ganz kurz vor meinem Ziel
und hielt mich mächtig ran
Die Sonne, sie stand schon sehr tief als ich
zur Ausfahrt kam
Der Diesel dröhnte ne ben mir,
mein Funkgerät war an
Als daraus die Stimme eines
kleinen Jungen kam
Er sagte nur: „Kanal 1- ist
hier irgendwer?
Wenn dann ruf mich doch zurück und
sprich mit Teddybär“
Bis zur Stadt war's nicht mehr weit,
ich kam ganz gut voran
Ich nahm das Mikro in die Hand
und sagte ganz spontan
„Hey, ich rufe Teddybär,
wo ist der junge Mann?
Ich bin auf deiner Welle, kannst
du mich verstehen?“
Es wurde still auf dem Kanal,
ich wollt' schon weiterdrehen
Da fragte mich der Junge: „Fahrer
bist du auch noch dran?“
Ich sagte, „ja!“,
Und da fing er mir zu erzählen an
„Jeden Tag von früh bis spät schalt'
ich den Kasten ein
Sitz' im Rollstuhl,
kann nicht gehen und bin hier ganz allein
Und meine Mutter arbeitet,
sie sagt, ,das muss so sein‘
Denn Daddy starb vor einem
Jahr auf dieser Autobahn
Er war ein Fahrer so wie du
bis er dann nicht mehr kam
Sie sagt mir oft, ,wir schaffen es‘,
und tut als wenn nichts wär
Doch jede Nacht hör' ich sie weinen,
ich weiß sie hat's sehr schwer“
Und während er so redete,
da fiel es mir doch auf
Kein anderer war zu dieser
Zeit auf Kanal 14 drauf
Er sagte: „Dieses Funkgerät
von Daddy gehört jetzt mir
Es ist der schönste Zeitver
treib mit einem so wie dir
Auch Daddy sprach von unterwegs
mit mir genauso wie jetzt du
Und eines Tages sagte er: ,Mein
Junge, hör mir zu einmal
Da nehm' ich dich mit raus‘
Doch leider wurde nichts mehr draus“
Ich hörte die Enttäuschung,
die aus diesen Worten klang
Ich war längst stehengeblieben,
das packte mich doch an
All das ging mir zu Herzen,
ich pfiff auf Job un d Zeit
Denn alle konnten warten,
nur dieser Junge nicht, tut mir leid
Ich sagte: „Teddybär wo wohnst
du? Wo liegt deine Station?“
Was ich zu tun hatte,
das wusste ich längst schon
Nur dieser kleine Funker,
der ahnte nichts davon
Er gab mir die Adresse,
sagte: „Lebe wohl und
Irgendwann vielleicht bist du wieder hier,
dann wär es schön
Wenn mich dein Ruf erreicht“
Dann war es still und ich gab
Gas, mit achtzig in die Stadt
Die letzte Kurve, ich war da
Ich glaubte nicht, was ich da sah
Da standen achtzehn LKWs,
ich war den Tränen nah
Sie hatten alles mitgehört
und fuhren ihn hin und her
Ja, einer nach dem andren fuhr
eine Runde mit Teddybär
Achtzehn mal die Straße
runter und achtzehn mal auch rauf
Ich war ganz als Letzter dran und
trug ihn auch wieder hinauf
Ich hab noch nie ein Kind gesehen,
das so restlos glücklich war
Und seine Augen strahlten,
es war einfach wunderbar
Er sagte: „Fahrer, glaube mir,
das war eine Schau
Ich fang' dich wieder einmal ein,
das weiß ich ganz genau“
Und er hielt meine Hand die
ganze Zeit schon
Ich schluckte und sagte: „Ist schon gut,
mein Sohn“
Dann fuhr ich los und mein Gerät,
das war noch auf Empfang
Als auf einmal die Stimme
einer Frau erklang
Sie sagte, und man merkte es,
das Sprechen fiel ihr schwer
„Hier ist Kanal 14, hier
spricht Mutter Teddybär
Den schönsten Tag in seinem Leben
habt ihr meinem Kind gegeben
Niemals mehr kann ich vergessen wie
ihr zu meinem Jungen ward
Ich danke euch und allzeit