Der Fischer und der Boss chords by Reinhard Mey
Verse 1
D
G
D
G
Ganz hinten
D
am letzten Tisch,
G
im viel zu großen Restaurant,
A
D
die schwarze Ja cke über einen Stuhl ge hängt,
G
D
sitzt er stumm und unbeweglich
G
und er starrt die Tür an
A
Und gar nichts geschieht,
D
was ihn davon ablenkt.
G
Ein Stapel Speisekarten vor ihm
A
D
G
Und im Aschenbecher glimmt eine Zigarette,
A
D
Die sich selber raucht.
G
A
Und er wartet, dass der Tag
D
G
Den wohlvertrauten Ablauf nimmt
Em
G
Und dass irgendein verirrter Gast
Em
A
in sei ner Tür auftaucht,
G
A
und dann nimmt er seine Jacke,
D
G
und dann schaltet er sich an,
A
die Krawatte zurrt die Plätschermusikerin,
G
A
D
und ein vielmal abgelaufenes Programm
G
steuert ihn dann,
Em
G
Garderoben nehmen, lächeln,
Em
A
Tisch zu weisen, was darf's sein?
G
A
Und er nimmt eine Bestellung auf
D
und er fragt für sie den Wein,
G
A
als ob da eine Verwechslung möglich
D
G
wär. Und beim Zahlen
A
D
G
lässt er sich schon mal auf ne Unterhaltung ein,
Em
nein, in Wirklichkeit,
G
A
da sehnt er sie sich hin.
G
Nur noch eine Saison und
D
dann auf und davon,
A
langsam reicht es mir echt nur,
D
jetzt passt es halt schlecht,
G
D
lieber heut' als morgen, klar, also noch ein Vierteljahr,
A
noch nicht morgen, aber bald,
G
A
oh nein, ich werd' hier nicht
D
G
D
ein.
A
D
G
D
A
G
A
D
Ich werd' hier nicht da.
G
D
Fünfzehn Jahre bald,
G
A
daß es ihn mal hierher verschlagen hat aus Ti rol,
D
wo man sich Rosen schenkt.
Und er hat sich abgefunden
G
mit der im mer grauen Stadt,
A
D
über der ein immer grauer Himmel hängt.
G
Nein, die Arbeit ist nicht leicht,
A
D
und manchmal kommt es
ganz schön hart,
G
A
doch was für ihn übrig bleibt,
D
mein Gott, das Reich.
G
A
Er hat über all die Jahre für was
D
G
Eigenes gespart,
Em
G
eines Tages, eines Ta ges,
Em
A
eines Ta ges, na, vielleicht.
G
A
Auf dem Teller liegt das Trinkgeld
D
G
und der Gast ist aus dem Haus
Em
Und dann ist es wie ein Film,
A
der rückwärts spult
G
A
Er stellt die Plätscher Musik ab,
D
G
zieht die schwarze Jacke aus
Em
Und er hängt sie sorgfäl
G
A
tig auf einen Stuhl
G
Und er faltet kunstvoll
A
die Servietten,
D
die doch keiner braucht.
G
Nein, um diese Jahres
A
D
zeit kommt keiner mehr.
G
A
Zündet eine Zigarette an,
D
G
die sich dann selber raucht
Em
und sieht dem sich kräuselnden
G
A
G
F#m
A
Rauch hinterher.
G
Nur noch eine Saison,
D
und dann auf und davon,
A
langsam reicht es mir echt nur,
D
jetzt passt es halt schlecht,
G
lieber heute als morgen, klar,
D
also noch ein Vierteljahr, noch nicht
A
Morgen aber bald,
G
A
D
nein, ich werd' hier nicht allein.
G
D
A
D
G
D
A
G
A
D
G
D
Ein müder Blick,
G
der sich zum Bild über dem Tresen stiehlt,
A
Nesselwängle unterdenkt
D
er sich hinein,
Wie ein Wellensittich im Käfig,
G
der mit seinem Spiegel spielt,
A
Und sich vorgaukelt, er sei gar nicht allein.
D
G
An der Spüle tropft ein Hahn,
A
D
auf Wasserringen tanzt das Licht,
G
A
Seine Zeit tropft er durch den
D
leeren Raum,
G
A
Und ein Leuchten flackert über
D
G
sein er loschenes Gesicht,
Em
G
Und durch seinen Sinn ein nie
A
G
F#m
erfüllter Traum.
A
G
Nur noch eine Saison,
D
und dann auf und davon,
A
langsam reicht es mir echt.
D
Nun, jetzt passt es halt schlecht,
G
lieber heut' als morgen,
D
Also noch ein Vierteljahr,
A
noch nicht morgen, aber bald.
G
A
D
Oh nein, ich werd' hier nicht halt.
G
Nur noch eine Saison und ein
D
Auf und Davon,
A
langsam reicht es mir echt nur,
D
jetzt passt es halt schlecht.
G
D
Lieber heut' als morgen, klar, also noch ein Vierteljahr,
A
noch nicht morgen, aber bald,
G
oh nein,
A
D
G
ich werd' hier nicht alt.
SWR 2021
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