Jungs, kommt mal her.
Setzt euch ein bisschen zu mir.
So wie wir früher gemacht haben,
ein bisschen in eine intime
Atmosphäre, solide gesungen.
Ich muss euch eine kleine
Geschichte erzählen.
Ich habe heute darüber
nachgedacht.
Weißt du, wenn ich vor vielen,
Jahren 30
Cent nicht ausgegeben hätte,
dann wäre ich heute
Abend nicht hier.
Es ist eine ganz kleine
Geschichte.
Als ich in
London lebte, 1966,
da bin ich durch die
Stadtmitte gegangen und
da war so eine
Zeitungskiosk.
Hatte ja nichts zu tun,
habe ich mir eine
Melody
Maker gekauft.
Melody
Maker ist so eine englische
Musikzeitschrift.
Sowas können wir auch in
Deutschland ganz gut gebrauchen.
Auf jeden
Fall, ich habe mir diesen
Zeitung gekauft und ich habe so
durchgeblättert und in die
Werbeanzeigen,
Da war eine
Anzeige, ein
Band sucht eine
Sängerin.
Und da habe ich mich gemeldet
und habe ein paar
Tage lang mit denen geprobt.
Und irgendwann kam der
Manager im
Proberaum und sagte, wir haben ein
Engagement in
Düsseldorf.
Wir haben uns angeschaut und gesagt,
wo ist
Düsseldorf?
Ja, da hat er gesagt, das ist in
Deutschland.
Ach, in
Germany, da fahren wir mal rüber.
Und das haben wir getan, haben einen
Monat lang gespielt im
Liverpool -Club in der
Graf -Adolf -Straße.
Und während dieser
Zeit habe ich jemand von
Emile
Ectole kennengelernt und so kam
ich zu meinem ersten
Scherzblatt.
Also wenn ich diesen 30
Cent nicht ausgegeben hätte,
dann wäre ich heute nicht in
Berlin und ich hätte diesen
Hit nie gesungen.
Das wäre doch schade,
oder?
Ich sitze in der
U -Bahn, es betrachtet sich verheimlich.
Als diese junge
Frau, sie stieg gerade ein.
Sie sieht wie alle
Leute hier wenig müde aus
Und dennoch ihre
Schön heit machte diese
Zeit nicht satt
Ihr
Gesicht verweht ein
Lächeln ihrer
Augen sprechen leicht
Schade, dass ich's von ihr
weiß
Sie öffnet ihre
Tasche und holt eine
Zeitung raus
Und fängt sie gleich vom
Hintern an, glaub ich, oft an.
Ihr
Selbstbestrickter
Pullipass zuckert zu ih ren
Jeans.
Sie ist so um die siebzig
und trägt einen
Nähring.
Ihr
Gesicht findet nicht ein
Facelift, ihre
Brüste sind so stramm,
du magst das,
Schade, die sind nicht begenannt,
was ich von ihr weiß.
Es ist bestimmt nicht viel,
wir könnten uns verstehen, ich hab so das
Gefühl.
Schade, dass sie sonst nicht
von mir fahr 'n,
dass sie sonst von mir fahr
'n.
Genau zehn
Jahre später,
das ist wirklich wahr, zehn
Jahre später saß ich wieder in
London.
Ich hatte ein paar kleinere
Hits in
Deutschland gehabt,
aber ich suchte immer noch nach den ganz
großen und ich war
bei verschiedenen
Musikverleger.
Da hört man die neuesten
Kompositionen, was es
Und einer hat mir alles mögliche vorgespielt,
war aber nicht dabei, was mir gefiel.
Auf einmal sagt er, das war's,
ich hab nur noch einen
Titel.
Die liegt in der
Schublade, ist wirklich eine
ganz wahre
Geschichte.
Hab ich gesagt,
dann spielst du mir bitte vor.
Das hat er getan.
Und ich hab ihm gesagt, das ist,
was ich suchte.
Ein paar
Monate später hieß dieser
Titel
Deine
Spuren im
Sand.